Entourage Edge: Der doppelte E-Book-Reader im Test

 

Entourage Edge E-Book-Reader Touchscreen TestDer Entourage Edge hat bereits bei seinem ersten Auftritt die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Kollegen vom amerikanischen Laptop Magazin hatten Glück und konnten sich bereits ein Testexemplar des E-Book-Readers sichern. Die Besonderheit des Entourage Edge? Es ist zwei Dinge auf einmal, nämlich ein eReader und Tablet mit zwei Displays, die separat oder gleichzeitig genutzt werden können.
Aber eins nach dem anderen. Auf den ersten Blick wirkt der eReader wie eine klobige Ausgabe des weißen Macbook. Mit seinen 10-Zoll-Displays und dem weißen Plastikgehäuse ist das äußere Design eher schlicht gehalten, es gibt jedoch gegen einen Aufpreis von 40 US-Dollar verschiedene Farbvarianten, unter anderem Piano Black oder Ruby Red. Die Farbe kaschiert vermutlich jedoch nicht das wenig elegante Äußere der Neuentwicklung. Leider passt das Gewicht schon eher dazu.

Federleicht ist der Entourage Edge nicht

Mit rund 1,5 kg ist der Entourage Edge kein Leichtgewicht, weder für einen eReader noch für ein Netbook. Das Gerät zu halten wie ein Buch fiel den Testpersonen jedenfalls schon nach einer Stunde schwer. Am angenehmsten war das Lesen am Tisch. Hierbei fällt ein großer Pluspunkt ins Auge: der Entourage Edge hat ein Scharnier, welches es den beiden Displays erlaubt, stufenlos um 180 Grad gedreht zu werden. Man kann sie also Rückseite an Rückseite legen und den eReader ohne LCD-Bildschirm verwenden. Hierbei muss man sich nicht sorgen, dass das zweite Display zerkratzt wird, denn die Umrandungen sind durch Gummi-Beschläge geschützt; damit liegt das Display nie direkt auf dem Tisch.
Entourage Edge E-Book-Reader Touchscreen TestBei den Displays handelt es sich um einen 10,1 Zoll großen LCD-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024 mal 600 Pixel und ein 9,7 Zoll messendes EPD-Display mit einer Auflösung von 1200 x 825 und acht möglichen Grauschattierungen. Was die Grauabstufungen anbelangt, liegt der Edge gegen beispielsweise den Kindle DX mit 16 verschiedenen Abstufungen etwas im Hintertreffen, zum Lesen ist es jedoch immer noch ausreichend und zufriedenstellend. Die Nase vorn hat der Edge, wenn es um Randnotizen oder Markieren im Text geht. Zumindest ist dies weniger beschwerlich als beim Kindle und es gibt das “smoothing tool”, mit dem eine unleserliche Klaue in eine etwas akzeptablere Handschrift verwandelt werden kann. All zu eng sollte man aber nicht schreiben, denn irgendwann bekommt man nur einen Klotz Farbe als Ergebnis. Ganz genau wie auf Papier zu schreiben, ist es mit dem Edge eben noch nicht, auch hier gibt es Verbesserungsmöglichkeiten.

Der Leser braucht mehr Inhalte

Auch was das Umblättern anbelangt, müssen noch einige Bugs ausgebessert werden. Die Notizen wirken sich beispielsweise auf die Geschwindigkeit aus. Seiten mit Notizen oder markiertem Text brauchen bis zu vier Sekunden, bevor sie weiter blättern.
Was soll man auch umblättern, kann man sich fragen, in Anbetracht der Tatsache, dass es noch weder einen eigenen Appstore noch einen adäquaten eBook-Store für das Entourage Edge gibt. Es finden sich zwar Apps im Netz, die sich installieren lassen, aber davon ausgehen kann man nicht, sondern muss die Kompatibilität selbst testen. Der eBook-Store bietet immerhin 200 000 Titel, größtenteils auf Englisch. Das klingt nach viel, aber im Vergleich zum Kindle Store mit 450 000 eBooks, Zeitungen und Magazinen steckt der Store eben doch noch in den Anfangszügen. Allerdings hat man Zugriff auf die über eine Million Titel in Google Books.

Der Akku könnte mehr Laufzeit bieten

Leider bleibt die Akku-Leistung hinter den Erwartungen zurück. Der Hersteller Entourage gibt als Betriebszeit sechs Stunden mit LCD-Display-Betrieb und 16 Stunden mit EPD an. Im Test fiel die Leistung aber deutlich geringer aus. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Tatsache, dass es offenbar keinen richtigen Standby-Betrieb gibt. Bei zugeklapptem Gerät entwickelte sich trotzdem starke Abwärme, die darauf hinweist, dass das Gerät immer noch “wach” ist.
Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass viele Apps und Tools noch nicht funktionieren sondern erst mit den nächsten Updates nutzbar gemacht werden. Die integrierte Webcam ist beim aktuellen Modell zwar vorhanden, ließ sich im Test aber nicht in Betrieb nehmen. Das gleiche galt für Bluetooth.

Surfen geht mit Netbooks besser

Entourage Edge E-Book-Reader Touchscreen TestAls Fazit heißt es von den Testern bei laptopmag.com, es handele sich hier um ein innovatives Gerät. Die Kombination aus eReader und Tablet funktioniert besser als gedacht und der Preis liegt mit 499 $ nur 20 $ über dem für ein Kindle SX. Der Entourage Edge ist mit seiner multifunktionalen Einsetzbarkeit ziemlich optimal für Studenten, die damit lesen, schreiben, ganze Vorlesungen mitschneiden (dank integriertem Mikrofon) können und in den Pausen im Netz unterwegs sein können. Wer ein Gerät sucht, das nur zum Surfen gedacht ist, sollte besser zu einem Netbook greifen, denn nur zum Surfen ist der Edge doch ein wenig zu schade.
Ernsthafte Interessenten warten außerdem lieber noch ein wenig ab, bis die noch bestehenden Anfangsschwierigkeiten und Unausgereiftheiten ausgebügelt sind. Dann hat man die Chance auf einen erstklassigen (Fast-)Alleskönner, wie es den Eindruck macht.

<via LaptopMag>

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